The Flying Agellos
 
Es begab sich im Jahre 2200, dass Florentino Agello, der Urururgroßvater von Gino, eine lange Centenniumsreise durch Europa unternahm. Auf seinem Weg stieß er auf eine Vorführung alter Schaustellerkunst, unter anderem den Human Cannonball. Florentino war sofort angetan von der Sache, echte Liebe auf den ersten Blick. Er sammelte umfangreiche Informationen über diese Kunst und nahm sie mit zurück in die Heimat. In einem Freizeitpark an der italienischen Mittelmeerküste rannte er mit seinen Ideen, besonders der einer fest installierten Kanone, offene Türen ein. Einen seiner Brüder und seine Frau Emilia konnte er ebenfalls für seine Vision gewinnen. Am 29. Juni 2200, dem Feiertag für San Pietro, starteten die Flying Agellos ihre erste Vorstellung als Human Cannonball.
 
Emilia trat im glitzernden Kostüm vors Publikum und kündigte, umgeben von einem bunten Treiben (Gaukler und Artisten des Parks), die tollkühnen und todesmutigen Flying Agellos an. Vor den staunenden Zuschauern schossen Florentino und Francesco nacheinander aus der Kanone quer über die Arena in ein 90 Meter entferntes Fangnetz. Unter zumeist tobendem Beifall kletterten sie unverletzt aus dem Netz.
 
Florentino führte den familiären Brauch ein, jeweils das erstgeborene Kind mit in die Show zu holen, bei ihm war es Alassandra, seine älteste Tochter. Im Jahre 2223 geboren, trat sie im Alter von 15 zunächst nach der Schule in den Nachmittagsshows zusammen mit ihrer Mutter auf. Springen konnte sie noch nicht, solange der Knochenbau nicht vollständig ausgehärtet war. 2242 schoss Alassandra das erste mal aus der Kanone. Francesco verließ die Show.
 
Seitdem gab es nur kleine Änderungen im Ablauf der Vorführung. Alessandras Sohn Dobro arbeitet immernoch bei den Flying Agellos. Heute schlüpfen während der Vorstellung Agello-Kinder durch die Publikumsreihen und führen unautorisierte Eigentumsverlagerungen durch. Zum Ende der Vorführung werden die unachtsamen Leute auf die Bühne gebeten, die diese Dinge "verloren" haben. Dort gibt Dobro ihnen dann ihre Uhren, Taschen, Kommunikatoren, Schmuckstücke und ähnliches zurück, während sie erklären, künftig besser auf ihre Sachen aufzupassen. Eines der Opfer wird währenddessen um weitere Gegenstände erleichtert.
 
Natürlich wurde hin und wieder eines der Kinder erwischt. Dann galt es, schnell einzugreifen und dem überraschten Gast klarzumachen, das dies ein Teil der Show war. Gino, der oft als Zuschauer seinen Vater zur Show begleitete, interessierte sich als Kind speziell für die Leute, die besonders selbstverständlich und geschickt die kleinen Eigentumsverlagerer erwischten. Dabei tauchte ein faszinierendes Wort immer wieder auf... Sternenflotte. Die Träume vieler Kinder haben eben Flügel.